Bilder von links nach rechts:

    Aristoteles, 384 - 322 v. Chr.
    Epikur, 341 - 271 v. Chr.
    Marc Aurel, 121 - 180
    Jean-Paul Sartre, 1905 - 1980

Stimme & Stress

»Das deutsche Wort »Person« kommt aus dem Lateinischen »personare – hindurchtönen« erklärte einmal die Schauspielerin Kathrin Schüttler. Und weiter: »Das finde ich einen interessanten Gedanken, dass die Person sich durch Klang offenbart. Und das funktioniert über die Stimme. Du kannst von der Stimme alles ableiten. Ob’s dir gut oder schlecht geht, wie wach oder müde du bist, ob du verängstigt oder bei dir und selbstbewußt bist, ob du gestresst bist oder nicht«.

»Singen ist Arbeit mit dem Körper. Singen ist Hochleistungssport«, meinte eine bekannte Sängerin. Sie wie ihre Kollegen wissen: Wer die Töne aus dem Hals herauspreßt, geht bald auf dem Zahnfleisch.

Leider wissen das viele nicht, die beruflich reden müssen; z.B. Lehrer, Polizisten, Führungskräfte, Natürlich auch Callcenteragenten und all jene, die überwiegend mit dem Telefon arbeiten. Das merken sie erst, wenn die Probleme unüberhörbar werden. So führte die Universität Leipzig 2006 eine Studie über Stimmauffälligkeiten bei künftigen Lehrern durch. Ergebnis: 15 Prozent mußten fachärztlich behandelt werden. 16 Prozent der Lehramtsanwärter, so die Forscher, lispelten, stotterten, näselten oder polterten. Lehrer atmen falsch. Das machte sie krank. Was zu Berichten passt, die belegen, daß Lehrer einen höheren Krankenstand haben als etwa Bauarbeiter.

Stress, der uns fit machen möchte für Flucht oder Angriff, ist immer hörbar. Das hängt damit zusammen, daß die ruhige Bauch- oder Zwerchfallatmung auf die schnelle, flache Atmung im oberen Lungenbereich übergeht. Sauerstoff tanken zur schnellen Beschleunigung lautet der dahinterstehende Befehl. Dazu spannen sich alle Muskeln. Nicht nur im Nacken- und Rückenbereich, wie wir alle aus Erfahrung wissen, sondern auch im Rachen, Mund und Kieferbereich. Was wir weniger wahrnehmen. Womit aber die oben beschriebenen Phänomene ihre Erklärung finden.

Was ist zu tun? Grundsätzlich gilt: Richtig atmen lernen. Vor allem aber die Entspannungstechniken beherrschen, die unmittelbar auf die Stimme einwirken und sie entlasten. Dann die Stimme bilden und nicht nur von den grauen Zellen die Wendung zum Besseren erwarten. Pflege des Instruments Stimme erfordert die kontinuierliche Befreiung der Muskulatur. Insbesondere der Atmungsmuskulatur. Dann all der anderen Muskeln auf dem Weg, den die Stimme durch den Körper nimmt. Die Annahme ist falsch, als würden sie für die Tonbildung benötigt. Solange die Muskeln von Kiefer, Zunge und Kehle den Ton unterstützen oder absichern wollen, wird der Atem in der Ausführung seiner Pflichten träge oder wird im Extremfall ganz abgewürgt. Deshalb ist die Befreiung der Stimme primär negativ, d.h. Entspannung der Muskulatur, die Arbeit an der Quelle des Atems dagegen positiv.

In dem Training lernen die Teilnehmer u.a.:

Das alles sehr praktisch im Blick auf den eigenen Beruf.

Aristoteles

Der wahre Mensch wählt das Maß und entfernt sich von den Extremen, dem Zuviel und dem Zuwenig.